aktuelles und Bilanz zur Brutsaison 2020

aktuelles und Bilanz zur Brutsaison 2021

Saison 2022

Aufnahmen der Flugkünste in Zeitlupe Wie geht das eigentlich mit dem Nestbau? Viele Mauerseglerfreunde kaufen oder bauen Kästen, die mit muldenförmigen Nistmulden ausgestattet sind. In der Gipfer Kolonie lassen wir vornehmlich die Natur walten und greifen nur behutsam in kritischen Situationen ein. Ein selbstgebautes Nest steht genau dort, wo das Paar es will. Die Platzwahl ist nämlich sehr individuell. Ein Beispiel von diesem Sommer. Der Kasten 20 wurde Anfang April neu im Giebelspitz eingelassen. Schon im Mai übernachtete ein junges Paar regelmässig darin, und los ging es mit dem Nestbau. Das Baumaterial dazu liegt buchstäblich „in der Luft“. Jeder Halm, jedes Federchen wird fliegend erhascht und in den Kasten getragen. Dort wird dieses Material dann kreisförmig angeordnet und mit Speichel verklebt. Nächstes Jahr dürften hier die ersten Eier bebrütet werden. In einem Gartencenter sah ich jahrelang eine einzelne künstliche Mulde aus Holzbeton auf dem Regal verstauben. Klar, diese Mulde war für den Mauersegler gedacht, aber entsprechende Kästen waren nicht im Sortiment. Schliesslich kaufte ich diese Mulde (bevor sie als Ladenhüter den Weg in den Müll geht...). Im bisher noch unbenutzten Kasten 14 setzte ich sie im März 2019 ein und war sehr überrascht, dass ein neu angekommenes Paar diesen rauen, grauen Brocken sofort annahm und mit dem Auspolstern begann. Im Kasten 7 kam es Mitte April zu einem Notfall. Spatzen hatten sich mit viel List und Kraft Zugang verschafft und den ganzen Raum mit Nistmaterial verstopft. Dabei wurde auch das in vielen Jahren aufgebaute und stets ausgebesserte Naturnest völlig zerzaust. Noch bevor die Spatzen Eier legten, wurde das Nistmaterial entfernt (Spatzen haben bei uns genug Ausweichmöglichkeiten zum Nisten). Dann wurde in der Schnelle ein Holzring als künstliche Hilfe gebastelt und befürchtet, dass diese grobe Alternative zum zerstörten Nest nicht angenommen wird. Aber das Foto zeigt, dass das Paar mit dieser Lösung ganz zufrieden war und sogar vier Eier hinein legte (eines davon war nicht befruchtet). In der Zwischenzeit ist der Holzring bereits völlig ausgepolstert. Besonders eilig hatte es das Paar, das neu im Kasten 12 zu brüten begann. Erst wenige Halme waren am Boden verklebt, und schon lagen drei Eier da, allerdings rollten diese im Kasten herum. Tägliches Zurücklegen nützte nichts. Häufig sind solche Erstbrütereier nicht befruchtet, aber trotzdem wurde beschlossen, hier ein bisschen nachzuhelfen. Ein einfacher Holzring wurde anstelle der wenigen Halme am Boden festgeklebt, die Eier hineingelegt. Drei junge gesunde Mauersegler unterstreichen den Erfolg dieser minimalen Nachhilfe. Tagebuch 2022 der Spyrenkolonie in der Gipf Langer, wetterbedingter Vorlauf 25. April: Am späteren Nachmittag kreist der erste Spyr über den Häusern der unteren Gipf. 28. April, 20.30 h: Je 1 Spyr fliegt in Kasten 9 und Kasten 12! 30. April, abends: Der Spyr von Kasten 12 sitzt auf dem Nest, ansonsten noch keine Aktivitäten. 2. Mai: Um 11 Uhr fliegen drei Spyre mit kurzen Sriiih-sriiih-Schreien um das Schaffnerhaus. Um 19 Uhr je ein Einflug in Kasten 6 und Kasten 12. 3. Mai: Um 19.30 Uhr 5 Spyre mit Sriiih-sriiih-Schreien, 4 Einflüge in diverse Kästen. 4. Mai: In Kasten 8 sitzt das erste Paar auf dem Nest. 5. Mai: Bei regnerisch kühlem Wetter fliegen um Mittag 10 Spyren Kreise um das Haus. Einflüge in Kasten 2 und Kasten 9. 6. Mai: Um 11 Uhr sitzt ein Paar in Kasten 9, 5 Spyre kreisen in der Luft. 7. Mai: Abends sind 7 Spyre in der Luft, mehrere Einflüge in diverse Kästen. 8. Mai: Um 11 Uhr 7 Spyre in regem Flugmodus 9. Mai: Um 19 Uhr sitzt ein Paar in Kasten 2, je ein Spyr in den Kästen 8 und 17. 9. und 10. Mai: Endlich ist ein grösserer Trupp angekommen. Mehrmals täglich vliele Sriiih- sriiih-Schreie sowie Ein- und Ausflüge in die Kästen. Die Brutsaison kann beginnen. Zügiges Brut- und Aufzuchtgeschäft dank günstiger Witterung 17. Mai: In den Kästen 1, 2, 3, 5, 7, 8 10, 11, 12, 15, 19 und 20 sitzt je ein Paar, in Kasten 4 ein einzelner Spyr (hier ging ein Partner verloren, der andere Partner zog später wieder weg). In den Kästen 3, 4, 5 und 10 liegt bereits je ein Ei im Nest. 18. Mai: Bereits 6 Eier in 5 Nestern werden gezählt (2 in Kasten 10, dem ältesten Brutpaar der Kolonie. Die Jungen aus diesen zwei Eiern sind am 14. Juli kurz nacheinander ausgeflogen). 20. Mai: 13 Eier in 8 Nestern. 24. Mai: 26 Eier in 15 Nestern (erfolgreich gebrütet wurde in 14 Kästen, 1 Ei eines Erstbrüterpaares in Kasten 11 war nicht befruchtet). 26. Mai: Mindestens 37 Eier. Keine Kontrollen vom 27. Mai bis 12. Juni wegen Ferien im Süden... 13. Juni: Gezählt werden 26 Küken und 6 Eier. Mehrere Nester können nicht eingesehen werden da noch gebrütet oder bereits gehudert wird. Hier darf nicht gestört werden. Bei den übrigen Nestern waren die Altvögel abwesend auf Futterbeschaffung. 15. Juni: Es können 36 Küken und 4 Eier gezählt werden. 17. Juni: 41 Küken und 3 Eier (davon 2 unbefruchtet) 21. Juni: 42 geschlüpfte Küken in 14 Kästen bedeuten 3 pro Paar, das Maximum des Brutvermögens von 2 adulten Spyren. Kontrolle und Beringung 5. Juli: Ueli Schaffner aus Gelterkinden kann 42 junge, gesunde Mauersegler dokumentieren und beringen. Es werden gemessen: Gewicht, Länge der zweiten Handschwinge, Flügellänge, Parasitenbefall. Erfreulich: in der ganzen Kolonie wurde keine einzige Mauerseglerlausfliege entdeckt. Zusätzlich kann Ueli mehrere Kontrollfänge von adulten Tieren durchführen. Die Überraschung war dabei, dass das Weibchen aus Kasten 14 bereits einen Ring trägt. Die Nummer dieses Ringes ist in der Liste von 2020 registriert, als dieses Weibchen zum ersten Mal in Kasten 14 brütete und bei dieser Gelegenheit das Erkennungszeichen erhielt: S 105443. Somit hat S 105443 zum dritten Mal hintereinander im gleichen Land, im gleichen Kanton, im gleichen Ort, am gleichen Haus, im gleichen Kasten erfolgreich gebrütet, und das tausende Kilometer entfernt vom „Winterquartier“ (das 9 Monate dauert).

Saison 2021

Viel ging noch nicht, aber sehr viele Spyre sind seit 26. April eingetroffen. In vier Gelegen aber erst 8 Eier: 1 Einergelege, zwei Zweiergelege, 1 Dreiergelege. Bilanz der Brutsaison 2021 Zwischen 16. Mai und 20. Juni wurden in 15 von Brutpaaren besetzten Kästen 2 Einer-, 6 Zweier- und 7 Dreiergelege abgesetzt. Die 35 geschlüpften Küken entwickelten sich gut, aber unterschiedlich schnell wegen der für einen „normalen“ Sommer häufig nasskühlen Witterung. Kasten 1, Erstbrüter mit Dreiergelege in improvisiertem Kunstnest, 1 befruchtetes Ei, Jungvogel am 7. August ausgeflogen Seit dem 18. Juli verlassen die flügge gewordenen Jungsegler nach und nach ihr Nest, und zwar allein und meistens in der Abenddämmerung. Instinktiv spüren sie, wann das ideale Verhältnis von Gewicht und Flügelfläche erreicht ist. In den letzten Tagen werden sie nicht mehr gefüttert, bauen stattdessen noch unnötigen „Babyspeck“ ab. Im Rahmen des Projekts Mauerseglerkolonie-Entwicklung Oberbaselbiet-Fricktal hat Ueli Schaffner, Gelterkinden, am 17. Juli alle 35 Jungsegler beringt. Unterschiedliche Entwicklung von Erstbruten In den Kästen 1 und 17 wurde 2021 von zwei „Verlobungspaaren“erstmals erfolgreich gebrütet. 2020 war mit dem Nestbau begonnen worden, wobei das Paar in Kasten 1 etwas „schludrig“ vorgegangen war. Die paar verklebten Halme gaben einem Gelege keinen Halt. Die drei zwischen 6. und 10. Juni gelegten Eier lagen denn auch kurz darauf verstreut im Nest. Schnell wurde ein eilig gezimmerter Holzring eingeklebt und die Eier darin sicher verstaut (siehe Ab- bildung oben). Die Altvögel verschönerten diesen Ring mit Halmen und Federn, die sie in der Luft aufschnappten. Von den drei Eiern waren zwei unbefruchtet, was völlig normal ist. Das aus dem 3. Ei Geschlüpfte gedieh bestens und flog am 7. August aus. Das Nest im Kasten 17 hingegen war 2020 sehr sorgfältig vorbereitet worden, und beim ersten Brutversuch legte das Jungpaar ebenfalls 3 Eier, die sogar alle befruchtet waren. Am 1., 2. und 6. August flogen diese aus. Erstbrüter im Kasten 17 flogen die Jungen am 1., 2. und 6. August aus. Seltener Fund: Futterballen aus Kleininsekten Beim Beringen fiel einem in den Kasten einfliegenden Altvogel ein Futterballen aus dem Kropf, als Ueli Schaffner eben nach einem Jungvogel griff. Der Ballen hat einen Durchmesser von etwa 1,5 cm und besteht aus Dutzenden Kleininsekten. Etwa 20 Flugminuten dauert es, bis diese Menge im Schlund aufgefangen ist, wo die Beute mit Speichel zusammengeklebt und im Kropf gespeichert wird. Der ganze Ballen wird beim Füttern einem Küken in den Rachen ausgewürgt. Futterballen aus Dutzenden Kleininsekten, Gewicht 1 Gramm, Durchmesser ca. 1,5 cm

2020 Verbreitung:

Der Mauersegler aus der Familie der Segler verbringt sein Leben fast ausschliesslich in der Luft, rund drei

Viertel des Jahres in Afrika, die restliche Zeit zum Brüten in der paläarktischen Region (diese reicht von

Portugal im Westen bis China im Osten, von Skandinavien und Sibirien im Norden bis Kleinasien im Süden).

Am Boden landet er nie freiwillig. Einmal doch am Boden, kann er sich nur bei günstigen Verhältnissen wieder

in die Luft schwingen.

Lebensweise:

Mauersegler fressen in der Luft (Kleininsekten, so genanntes Luftplankton in grosser Höhe) und schlafen auch in der Luft. Fliegend können sie sich paaren und auch ihr Gefieder pflegen. Das nötige Nistmaterial (Grashalme, Federn und anderes Kleinmaterial) schnappen sie fliegend in der Luft und bringen es in den Kasten, wo alles auf dem Boden mit Speichel zu einem ringförmigen Nest verklebt wird.

Fortpflanzung:

Kurz nach ihrer Ankunft Ende April/Anfang Mai legen die Weibchen ein bis vier Eier, in der Regel zwei oder drei, aus denen nach rund 20 Tagen die Küken schlüpfen. Kaum aus dem Ei, werden die nackten blinden Winzlinge von ihren Eltern so intensiv gefüttert, dass die jungen Mauersegler bereits nach 40 bis 45 Tagen ihr ideales Fluggewicht erreichen, ausfliegen und den Rest ihres Lebens zum grössten Teil fliegend in der Luft verbringen, davon acht bis neun Monate in Afrika, wo sie nicht brüten. Zur Fortpflanzung fliegen sie rund 6000 km zu uns in die gemässigten Zonen zurück. Verhalten: Mauersegler fliegen und brüten in Gruppen, aber jedes Paar im eigenen Nest. Dieses wird notfalls mit Gewalt gegen eindringende Artgenossen verteidigt. Tagsüber sind sie auf Nahrungssuche, veranstalten aber mehrmals für einige Minuten verschiedene „Gruppenflugmanöver“. Bei den „Screaming Parties“ jagt ein ganzes Geschwader mit über 100 km/h und laut Sriii-Sriii schreiend um Häuser und Bäume in der Nähe der Nistplätze, haarscharf an Dachkanten und Kandelabern vorbei, waghalsig auf die Fassade zu um im letzten Moment seitwärts oder steil nach oben wegzuziehen. Bei den „Nestgwunder“-Manövern geht es gemütlicher zu. In wildem Durcheinander gaukeln sie vor den Nisthöhlen, hängen sich mal hier an ein Einflugloch, düsen mal dort haarscharf der Hauswand entlang, streiten sich mal zu zweit kurz vor einem Kasten um die bessere Position, und so schnell wie der Spuk begonnen hat, so abrupt löst sich die Gruppe wieder auf. Vor dem Einnachten kommt es zu Abschiedsritualen vor den Nistplätzen. Wieder geht es in wildem Durcheinander und laut zu bei den Nistplätzen, bis sich einige in die Einfluglöcher davonschleichen und die restliche Gruppe sich in die Höhe schraubt und gegen Westen allmählich im Abenddunst verschwindet. Diese Segler steigen bis 3000 Meter hoch, schlafen dort und kommen kurz nach der Morgendämmerung wieder zurück.

Mauersegler im Dorf:

2008 begann die erste erfolgreiche Ansiedlung von Mauerseglern im Schaffnerhaus in der Gipf. 2020 stehen dort 19 Nistkästen zur Verfügung, zehn davon sind bereits belegt. Weitere vier Nistkästen wurden in Oberfrick am Felmetweg aufgehängt. Die Kolonie im Schaffnerhaus befindet sich in der Giebelmauer zur Trottgasse hin. Hier sind zwei Zweier-, zwei Dreier- und eine Achtergruppe in die Fassade eingelassen. 2019 kam ein einzelner Kasten direkt unter dem Giebel hinzu, der schon im ersten Jahr besetzt wurde. Nur in sechs Plätzen im Achterkasten (2018 hinzugefügt) wurde noch nicht gebrütet. Die Bruterfolge 2018 und 2019: Je 24 Jungsegler flogen Richtung Afrika davon. 2019 wäre es einer mehr gewesen. Wegen der grossen Hitze und mangelnder Ernährung eines Nesthäkchens musste der erste Verlust eines Kükens registriert werden. Dafür konnte ein zugetragener, fast ausgewachsener Findling, der zum letzten Brutpaar ins Nest gesetzt wurde, nach vier Tagen in Pflege in die Freiheit entlassen werden.

Brutsaison 2020

Im Schaffnerhaus sind am 1. und 2. Juni 2020 die ersten Mauerseglerküken geschlüpft. Vorne rechts das Erstgeborene, unter dessen feiner Haut bereits Federspulen erkennbar sind. Beim Zweitgeborenen ist die Haut noch ohne diese dunklen Punkte, dafür sieht man an der Schnabelspitze deutlich den hellen Eizahn, mit dem die Schale aufgeknackt wurde. Im Hintergrund ist soeben ein Altvogel mit einem Kropf voll Futter eingeflogen. Fotografiert am 2. Juni, um 18 Uhr. Bei den Spyren sind Zweier-, mehrheitlich Dreiergelege üblich. Dieses Jahr kommen in der Gipf in den Kästen 4 und 8 bei erfahrenen Brutpaaren erstmals eher seltene Vierergelege vor. Bei diesen Gelegen sind dieser Tage alle vier Küken geschlüpft (Stand 11. Juni 2020). „Spyre“-Beringung Am 27. Juni 2020 wurden in der Mauerseglerkolonie im Schaffnerhaus 26 Jung- und drei Altvögel beringt. Mit dieser Aktion wurde die Kolonie in das Mauerseglerkolonie-Entwicklung Oberbaselbiet-Fricktal der Schweizerischen Vogelwarte Sempach aufgenommen. Der zuständige Fachmann ist Ueli Schaffner aus Gelterkinden, der schon länger die Mauerseglerkolonie im Nachbardorf Schupfart betreut. Mit den drei inzwischen noch geschlüpften Küken erwarten wir somit bis Ende Brutsaison 29 Jungsegler, fünf mehr als 2019. Die Jungen gedeihen bei bisher günstiger Witterung prächtig, was deren Gewicht belegt, das Ueli Schaffner nebst dem Messen von Federn- und Flügellängen auch bestimmt hat. Die drei Küken in Kasten 18 wiegen zwischen 8 und 12 Gramm mehr als ihre Mutter, die 45 Gramm schwer ist. Die schwersten drei Küken in Nest 6 bringen es auf 58, 58 und 63 Gramm! Im Kasten 10 wurde beim ältesten Paar (es brütet hier seit 2008) am 21. Mai das ganze Dreiergelege zerstört. Das Paar begann umgehend eine Nachfolgebrut mit wiederum drei Eiern. Die daraus geschlüpften Küken wiegen bereits 30, 30 und 23 Gramm. Sonntag, 19. Juli: Die Brutsaison 2020 wird schon bald beendet sein. 17 Jungsegler sind bereits ausgeflogen, die restlichen 13 werden in den nächsten Tagen folgen. Ja, das sind zusammen 30, denn nach dem 27. Juni ist im Kasten 17 tatsächlich noch ein Nachzügler geschlüpft! Im Quartier herrscht zurzeit emsiger Flugbetrieb mit lautem Sriii-Sriii-Geschrei, Screaming Parties, verteilt auf den ganzen Tag mit teilweise mehr als zwei Dutzend Mauerseglern. Bald wird es wieder stumm sein, wenn die Spyre sich auf den Weg nach Süden machen. Die Bilanz der Saison 2020 sieht erfreulich aus: Je ein Junges gab es von vier erstbrütenden Paaren in den Kästen 2, 3, 14, 15 und 19. Je drei Junge hatten die Paare in den Kästen 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 18. Bei den am 11. Juni gemeldeten Vierergelegen wurden je die beiden Letzgeschlüpften ausgestossen. Das im Kasten 4 verhungerte, bevor die Not erkannt war, jenes aus Kasten 8 wurde umgehend bei „Pflegeeltern“ in den Kasten 3 gegeben, wo bereits ein „Stiefgeschwister“ wartete. Die Aufzucht endete erfolgreich. Somit können wir uns für die Saison 2020 an 30 jungen Mauerseglern erfreuen, das sind 6 mehr als in der Saison 2019. Zu den Fotos: Bald enden die lauten Formationsflüge. Formationsflug Nachzügler im Kunstnest von Kasten 14 (links) und im Naturnest von Kasten 15 (rechts).  

Der Mauersegler (Apus apus) in Gipf-Oberfrick

Text und Fotos Werner Fasolin

©

CR NVV Gipf-Oberfrick
Natur- und Vogelschutzverein Gipf-Oberfrick
NATUR FINDET STADT NATUR FINDET STADT

Text und Fotos: Werner Fasolin

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Brutsaison 2020 Brutsaison 2021

Saison 2022

Wie geht das eigentlich mit dem Nestbau? Viele Mauerseglerfreunde kaufen oder bauen Kästen, die mit muldenförmigen Nistmulden ausgestattet sind. In der Gipfer Kolonie lassen wir vornehmlich die Natur walten und greifen nur behutsam in kritischen Situationen ein. Ein selbstgebautes Nest steht genau dort, wo das Paar es will. Die Platzwahl ist nämlich sehr individuell. Ein Beispiel von diesem Sommer. Der Kasten 20 wurde Anfang April neu im Giebelspitz eingelassen. Schon im Mai übernachtete ein junges Paar regelmässig darin, und los ging es mit dem Nestbau. Das Baumaterial dazu liegt buchstäblich „in der Luft“. Jeder Halm, jedes Federchen wird fliegend erhascht und in den Kasten getragen. Dort wird dieses Material dann kreisförmig angeordnet und mit Speichel verklebt. Nächstes Jahr dürften hier die ersten Eier bebrütet werden. In einem Gartencenter sah ich jahrelang eine einzelne künstliche Mulde aus Holzbeton auf dem Regal verstauben. Klar, diese Mulde war für den Mauersegler gedacht, aber entsprechende Kästen waren nicht im Sortiment. Schliesslich kaufte ich diese Mulde (bevor sie als Ladenhüter den Weg in den Müll geht...). Im bisher noch unbenutzten Kasten 14 setzte ich sie im März 2019 ein und war sehr überrascht, dass ein neu angekommenes Paar diesen rauen, grauen Brocken sofort annahm und mit dem Auspolstern begann. Im Kasten 7 kam es Mitte April zu einem Notfall. Spatzen hatten sich mit viel List und Kraft Zugang verschafft und den ganzen Raum mit Nistmaterial verstopft. Dabei wurde auch das in vielen Jahren aufgebaute und stets ausgebesserte Naturnest völlig zerzaust. Noch bevor die Spatzen Eier legten, wurde das Nistmaterial entfernt (Spatzen haben bei uns genug Ausweichmöglichkeiten zum Nisten). Dann wurde in der Schnelle ein Holzring als künstliche Hilfe gebastelt und befürchtet, dass diese grobe Alternative zum zerstörten Nest nicht angenommen wird. Aber das Foto zeigt, dass das Paar mit dieser Lösung ganz zufrieden war und sogar vier Eier hinein legte (eines davon war nicht befruchtet). In der Zwischenzeit ist der Holzring bereits völlig ausgepolstert. Besonders eilig hatte es das Paar, das neu im Kasten 12 zu brüten begann. Erst wenige Halme waren am Boden verklebt, und schon lagen drei Eier da, allerdings rollten diese im Kasten herum. Tägliches Zurücklegen nützte nichts. Häufig sind solche Erstbrütereier nicht befruchtet, aber trotzdem wurde beschlossen, hier ein bisschen nachzuhelfen. Ein einfacher Holzring wurde anstelle der wenigen Halme am Boden festgeklebt, die Eier hineingelegt. Drei junge gesunde Mauersegler unterstreichen den Erfolg dieser minimalen Nachhilfe. Tagebuch 2022 der Spyrenkolonie in der Gipf Langer, wetterbedingter Vorlauf 25. April: Am späteren Nachmittag kreist der erste Spyr über den Häusern der unteren Gipf. 28. April, 20.30 h: Je 1 Spyr fliegt in Kasten 9 und Kasten 12! 30. April, abends: Der Spyr von Kasten 12 sitzt auf dem Nest, ansonsten noch keine Aktivitäten. 2. Mai: Um 11 Uhr fliegen drei Spyre mit kurzen Sriiih-sriiih-Schreien um das Schaffnerhaus. Um 19 Uhr je ein Einflug in Kasten 6 und Kasten 12. 3. Mai: Um 19.30 Uhr 5 Spyre mit Sriiih-sriiih- Schreien, 4 Einflüge in diverse Kästen. 4. Mai: In Kasten 8 sitzt das erste Paar auf dem Nest. 5. Mai: Bei regnerisch kühlem Wetter fliegen um Mittag 10 Spyren Kreise um das Haus. Einflüge in Kasten 2 und Kasten 9. 6. Mai: Um 11 Uhr sitzt ein Paar in Kasten 9, 5 Spyre kreisen in der Luft. 7. Mai: Abends sind 7 Spyre in der Luft, mehrere Einflüge in diverse Kästen. 8. Mai: Um 11 Uhr 7 Spyre in regem Flugmodus 9. Mai: Um 19 Uhr sitzt ein Paar in Kasten 2, je ein Spyr in den Kästen 8 und 17. 9. und 10. Mai: Endlich ist ein grösserer Trupp angekommen. Mehrmals täglich vliele Sriiih- sriiih-Schreie sowie Ein- und Ausflüge in die Kästen. Die Brutsaison kann beginnen. Zügiges Brut- und Aufzuchtgeschäft dank günstiger Witterung 17. Mai: In den Kästen 1, 2, 3, 5, 7, 8 10, 11, 12, 15, 19 und 20 sitzt je ein Paar, in Kasten 4 ein einzelner Spyr (hier ging ein Partner verloren, der andere Partner zog später wieder weg). In den Kästen 3, 4, 5 und 10 liegt bereits je ein Ei im Nest. 18. Mai: Bereits 6 Eier in 5 Nestern werden gezählt (2 in Kasten 10, dem ältesten Brutpaar der Kolonie. Die Jungen aus diesen zwei Eiern sind am 14. Juli kurz nacheinander ausgeflogen). 20. Mai: 13 Eier in 8 Nestern. 24. Mai: 26 Eier in 15 Nestern (erfolgreich gebrütet wurde in 14 Kästen, 1 Ei eines Erstbrüterpaares in Kasten 11 war nicht befruchtet). 26. Mai: Mindestens 37 Eier. Keine Kontrollen vom 27. Mai bis 12. Juni wegen Ferien im Süden... 13. Juni: Gezählt werden 26 Küken und 6 Eier. Mehrere Nester können nicht eingesehen werden da noch gebrütet oder bereits gehudert wird. Hier darf nicht gestört werden. Bei den übrigen Nestern waren die Altvögel abwesend auf Futterbeschaffung. 15. Juni: Es können 36 Küken und 4 Eier gezählt werden. 17. Juni: 41 Küken und 3 Eier (davon 2 unbefruchtet) 21. Juni: 42 geschlüpfte Küken in 14 Kästen bedeuten 3 pro Paar, das Maximum des Brutvermögens von 2 adulten Spyren. Kontrolle und Beringung 5. Juli: Ueli Schaffner aus Gelterkinden kann 42 junge, gesunde Mauersegler dokumentieren und beringen. Es werden gemessen: Gewicht, Länge der zweiten Handschwinge, Flügellänge, Parasitenbefall. Erfreulich: in der ganzen Kolonie wurde keine einzige Mauerseglerlausfliege entdeckt. Zusätzlich kann Ueli mehrere Kontrollfänge von adulten Tieren durchführen. Die Überraschung war dabei, dass das Weibchen aus Kasten 14 bereits einen Ring trägt. Die Nummer dieses Ringes ist in der Liste von 2020 registriert, als dieses Weibchen zum ersten Mal in Kasten 14 brütete und bei dieser Gelegenheit das Erkennungszeichen erhielt: S 105443. Somit hat S 105443 zum dritten Mal hintereinander im gleichen Land, im gleichen Kanton, im gleichen Ort, am gleichen Haus, im gleichen Kasten erfolgreich gebrütet, und das tausende Kilometer entfernt vom „Winterquartier“ (das 9 Monate dauert).

Saison 2021

Viel ging noch nicht, aber sehr viele Spyre sind seit 26. April eingetroffen. In vier Gelegen aber erst 8 Eier: 1 Einergelege, zwei Zweiergelege, 1 Dreiergelege. Bilanz der Brutsaison 2021 Zwischen 16. Mai und 20. Juni wurden in 15 von Brutpaaren besetzten Kästen 2 Einer-, 6 Zweier- und 7 Dreiergelege abgesetzt. Die 35 geschlüpften Küken entwickelten sich gut, aber unterschiedlich schnell wegen der für einen „normalen“ Sommer häufig nasskühlen Witterung. Kasten 1, Erstbrüter mit Dreiergelege in improvisiertem Kunstnest, 1 befruchtetes Ei, Jungvogel am 7. August ausgeflogen Seit dem 18. Juli verlassen die flügge gewordenen Jungsegler nach und nach ihr Nest, und zwar allein und meistens in der Abenddämmerung. Instinktiv spüren sie, wann das ideale Verhältnis von Gewicht und Flügelfläche erreicht ist. In den letzten Tagen werden sie nicht mehr gefüttert, bauen stattdessen noch unnötigen „Babyspeck“ ab. Im Rahmen des Projekts Mauerseglerkolonie- Entwicklung Oberbaselbiet-Fricktal hat Ueli Schaffner, Gelterkinden, am 17. Juli alle 35 Jungsegler beringt. Unterschiedliche Entwicklung von Erstbruten In den Kästen 1 und 17 wurde 2021 von zwei „Verlobungspaaren“erstmals erfolgreich gebrütet. 2020 war mit dem Nestbau begonnen worden, wobei das Paar in Kasten 1 etwas „schludrig“ vorgegangen war. Die paar verklebten Halme gaben einem Gelege keinen Halt. Die drei zwischen 6. und 10. Juni gelegten Eier lagen denn auch kurz darauf verstreut im Nest. Schnell wurde ein eilig gezimmerter Holzring eingeklebt und die Eier darin sicher verstaut (siehe Abbildung oben). Die Altvögel verschönerten diesen Ring mit Halmen und Federn, die sie in der Luft aufschnappten. Von den drei Eiern waren zwei unbefruchtet, was völlig normal ist. Das aus dem 3. Ei Geschlüpfte gedieh bestens und flog am 7. August aus. Das Nest im Kasten 17 hingegen war 2020 sehr sorgfältig vorbereitet worden, und beim ersten Brutversuch legte das Jungpaar ebenfalls 3 Eier, die sogar alle befruchtet waren. Am 1., 2. und 6. August flogen diese aus. Erstbrüter im Kasten 17 flogen die Jungen am 1., 2. und 6. August aus. Seltener Fund: Futterballen aus Kleininsekten Beim Beringen fiel einem in den Kasten einfliegenden Altvogel ein Futterballen aus dem Kropf, als Ueli Schaffner eben nach einem Jungvogel griff. Der Ballen hat einen Durchmesser von etwa 1,5 cm und besteht aus Dutzenden Kleininsekten. Etwa 20 Flugminuten dauert es, bis diese Menge im Schlund aufgefangen ist, wo die Beute mit Speichel zusammengeklebt und im Kropf gespeichert wird. Der ganze Ballen wird beim Füttern einem Küken in den Rachen ausgewürgt. Futterballen aus Dutzenden Kleininsekten, Gewicht 1 Gramm, Durchmesser ca. 1,5 cm

2020 Verbreitung: Text und Fotos: Werner

Fasolin

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Der Mauersegler aus der Familie der Segler verbringt sein Leben fast ausschliesslich in der Luft, rund drei Viertel des Jahres in Afrika, die restliche Zeit zum Brüten in der paläarktischen Region (diese reicht von Portugal im Westen bis China im Osten, von Skandinavien und Sibirien im Norden bis Kleinasien im Süden). Am Boden landet er nie freiwillig. Einmal doch am Boden, kann er sich nur bei günstigen Verhältnissen wieder in die Luft schwingen.

Lebensweise:

Mauersegler fressen in der Luft (Kleininsekten, so genanntes Luftplankton in grosser Höhe) und schlafen auch in der Luft. Fliegend können sie sich paaren und auch ihr Gefieder pflegen. Das nötige Nistmaterial (Grashalme, Federn und anderes Kleinmaterial) schnappen sie fliegend in der Luft und bringen es in den Kasten, wo alles auf dem Boden mit Speichel zu einem ringförmigen Nest verklebt wird.

Fortpflanzung:

Kurz nach ihrer Ankunft Ende April/Anfang Mai legen die Weibchen ein bis vier Eier, in der Regel zwei oder drei, aus denen nach rund 20 Tagen die Küken schlüpfen. Kaum aus dem Ei, werden die nackten blinden Winzlinge von ihren Eltern so intensiv gefüttert, dass die jungen Mauersegler bereits nach 40 bis 45 Tagen ihr ideales Fluggewicht erreichen, ausfliegen und den Rest ihres Lebens zum grössten Teil fliegend in der Luft verbringen, davon acht bis neun Monate in Afrika, wo sie nicht brüten. Zur Fortpflanzung fliegen sie rund 6000 km zu uns in die gemässigten Zonen zurück.

Verhalten:

Mauersegler fliegen und brüten in Gruppen, aber jedes Paar im eigenen Nest. Dieses wird notfalls mit Gewalt gegen eindringende Artgenossen verteidigt. Tagsüber sind sie auf Nahrungssuche, veranstalten aber mehrmals für einige Minuten verschiedene „Gruppenflugmanöver“. Bei den „Screaming Parties“ jagt ein ganzes Geschwader mit über 100 km/h und laut Sriii-Sriii schreiend um Häuser und Bäume in der Nähe der Nistplätze, haarscharf an Dachkanten und Kandelabern vorbei, waghalsig auf die Fassade zu um im letzten Moment seitwärts oder steil nach oben wegzuziehen. Bei den „Nestgwunder“-Manövern geht es gemütlicher zu. In wildem Durcheinander gaukeln sie vor den Nisthöhlen, hängen sich mal hier an ein Einflugloch, düsen mal dort haarscharf der Hauswand entlang, streiten sich mal zu zweit kurz vor einem Kasten um die bessere Position, und so schnell wie der Spuk begonnen hat, so abrupt löst sich die Gruppe wieder auf. Vor dem Einnachten kommt es zu Abschiedsritualen vor den Nistplätzen. Wieder geht es in wildem Durcheinander und laut zu bei den Nistplätzen, bis sich einige in die Einfluglöcher davonschleichen und die restliche Gruppe sich in die Höhe schraubt und gegen Westen allmählich im Abenddunst verschwindet. Diese Segler steigen bis 3000 Meter hoch, schlafen dort und kommen kurz nach der Morgendämmerung wieder zurück.

Mauersegler im Dorf:

2008 begann die erste erfolgreiche Ansiedlung von Mauerseglern im Schaffnerhaus in der Gipf. 2020 stehen dort 19 Nistkästen zur Verfügung, zehn davon sind bereits belegt. Weitere Nistkästen wurden in Oberfrick aufgehängt, vier am Felmetweg und ... Die Kolonie im Schaffnerhaus befindet sich in der Giebelmauer zur Trottgasse hin. Hier sind zwei Zweier-, zwei Dreier- und eine Achtergruppe in die Fassade eingelassen. 2019 kam ein einzelner Kasten direkt unter dem Giebel hinzu, der schon im ersten Jahr besetzt wurde. Nur in sechs Plätzen im Achterkasten (2018 hinzugefügt) wurde noch nicht gebrütet. Die Bruterfolge 2018 und 2019: Je 24 Jungsegler flogen Richtung Afrika davon. 2019 wäre es einer mehr gewesen. Wegen der grossen Hitze und mangelnder Ernährung eines Nesthäkchens musste der erste Verlust eines Kükens registriert werden. Dafür konnte ein zugetragener, fast ausgewachsener Findling, der zum letzten Brutpaar ins Nest gesetzt wurde, nach vier Tagen in Pflege in die Freiheit entlassen werden.

Brutsaison 2020

Im Schaffnerhaus sind am 1. und 2. Juni 2020 die ersten Mauerseglerküken geschlüpft. Vorne rechts das Erstgeborene, unter dessen feiner Haut bereits Federspulen erkennbar sind. Beim Zweitgeborenen ist die Haut noch ohne diese dunklen Punkte, dafür sieht man an der Schnabelspitze deutlich den hellen Eizahn, mit dem die Schale aufgeknackt wurde. Im Hintergrund ist soeben ein Altvogel mit einem Kropf voll Futter eingeflogen. Fotografiert am 2. Juni, um 18 Uhr. Bei den Spyren sind Zweier-, mehrheitlich Dreiergelege üblich. Dieses Jahr kommen in der Gipf in den Kästen 4 und 8 bei erfahrenen Brutpaaren erstmals eher seltene Vierergelege vor. Bei diesen Gelegen sind dieser Tage alle vier Küken geschlüpft (Stand 11. Juni 2020). „Spyre“-Beringung Am 27. Juni 2020 wurden in der Mauerseglerkolonie im Schaffnerhaus 26 Jung- und drei Altvögel beringt. Mit dieser Aktion wurde die Kolonie in das Mauerseglerforschungsprojekt Oberbaselbiet- Fricktal der Schweizerischen Vogelwarte Sempach aufgenommen. Der zuständige Fachmann ist Ueli Schaffner aus Gelterkinden, der schon länger die Mauerseglerkolonie im Nachbardorf Schupfart betreut. Mit den drei inzwischen noch geschlüpften Küken erwarten wir somit bis Ende Brutsaison 29 Jungsegler, fünf mehr als 2019. Die Jungen gedeihen bei bisher günstiger Witterung prächtig, was deren Gewicht belegt, das Ueli Schaffner nebst dem Messen von Federn- und Flügellängen auch bestimmt hat. Die drei Küken in Kasten 18 wiegen zwischen 8 und 12 Gramm mehr als ihre Mutter, die 45 Gramm schwer ist. Die schwersten drei Küken in Nest 6 bringen es auf 58, 58 und 63 Gramm! Im Kasten 10 wurde beim ältesten Paar (es brütet hier seit 2008) am 21. Mai das ganze Dreiergelege zerstört. Das Paar begann umgehend eine Nachfolgebrut mit wiederum drei Eiern. Die daraus geschlüpften Küken wiegen bereits 30, 30 und 23 Gramm. Sonntag, 19. Juli: Die Brutsaison 2020 wird schon bald beendet sein. 17 Jungsegler sind bereits ausgeflogen, die restlichen 13 werden in den nächsten Tagen folgen. Ja, das sind zusammen 30, denn nach dem 27. Juni ist im Kasten 17 tatsächlich noch ein Nachzügler geschlüpft! Im Quartier herrscht zurzeit emsiger Flugbetrieb mit lautem Sriii-Sriii-Geschrei, Screaming Parties, verteilt auf den ganzen Tag mit teilweise mehr als zwei Dutzend Mauerseglern. Bald wird es wieder stumm sein, wenn die Spyre sich auf den Weg nach Süden machen. Die Bilanz der Saison 2020 sieht erfreulich aus: Je ein Junges gab es von vier erstbrütenden Paaren in den Kästen 2, 3, 14, 15 und 19. Je drei Junge hatten die Paare in den Kästen 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 18. Bei den am 11. Juni gemeldeten Vierergelegen wurden je die beiden Letzgeschlüpften ausgestossen. Das im Kasten 4 verhungerte, bevor die Not erkannt war, jenes aus Kasten 8 wurde umgehend bei „Pflegeeltern“ in den Kasten 3 gegeben, wo bereits ein „Stiefgeschwister“ wartete. Die Aufzucht endete erfolgreich. Somit können wir uns für die Saison 2020 an 30 jungen Mauerseglern erfreuen, das sind 6 mehr als in der Saison 2019. Zu den Fotos: Bald enden die lauten Formationsflüge. Formationsflug Nachzügler im Kunstnest von Kasten 14 (links) und im Naturnest von Kasten 15 (rechts).  

Der Mauersegler (Apus apus)

© NVV Gipf-Oberfrick
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Aufnahmen der Flugkünste in Zeitlupe